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Fettabsaugung

(Liposuktion)


Prof. Dr. Dirschka setzt das heute sicherste und effektivste Verfahren, die Liposuktion in Tumeszenz-Lokalanästhesie unter Verwendung von Mikrokanülen ein. Über 3000 persönlich durchgeführte Eingriffe in diesem Zeitraum sprechen für eine umfangreiche Erfahrung mit dieser Technik, die für eine ästhetisch erfolgreiche Fettabsaugung wichtige Grundvoraussetzung ist.



Ziel der Fettabsaugung ist eine schonende Reduktion des Fettgewebes ohne Bindegewebssepten, die die Muskulatur mit der Haut verbinden, zu schädigen. Eine Schonung des unmittelbar unter der Haut gelegenen Stützfettes stellt sicher, dass die Haut auch nach dem Eingriff glatt ist. Das Verfahren kann an vielen Behandlungslokalisationen eingesetzt werden.

Moderne Verfahren der Liposuktion sind geeignet, eine dauerhafte Verbesserung der Körperform und Reduktion des Fettgewebes zu erreichen. Das Prinzip basiert auf der Kombination einer örtlichen Tumeszenzanästhesie (besonderes Betäubungsverfahren) und der Absaugung mit Mikrokanülen. Das von uns eingesetzt Verfahren stellt den weltweiten Standard dar und erreicht ein Höchstmaß an Sicherheit und Effektivität der Fettabsaugung.

Das Beratungsgespräch

Das detaillierte Beratungsgespräch mit unseren Patienten stellt die Basis einer erfolgreichen Behandlung dar. Gemeinsam mit unseren Patienten erarbeiten wir eine optimale Operationsplanung, die die ästhetischen Wünsche unserer Patienten mit den technischen Voraussetzungen der Fettabsaugung vereint. Ziel ist ein Behandlungsergebnis, das den eigentlichen Eingriff im Nachhinein nicht mehr erkennen lässt – es Ergebnis soll so aussehen, als sei es nie anders gewesen. Das Beratungsgespräch ist besonders wichtig, da eine Fettabsaugung ein sehr individueller Eingriff ist und bei uns nicht nach „Schema-F“ durchgeführt wird. Das von uns eingesetzte Verfahren der Fettabsaugung kann ab dem 18. Lebensjahr eingesetzt werden. Eine obere Altersbegrenzung besteht nicht.

Das Verfahren ist nicht geeignet, um abzunehmen. Vielmehr können überschüssige Fettpölsterchen an bestimmten Regionen reduziert werden. Gut geeignete Regionen für eine Fettabsaugung sind:

  • Reithosen an den Oberschenkeln
  • Oberschenkelinnenseiten
  • Hüften
  • Unter- und Oberbauch
  • Knie
  • Kinn

Behandlungen im Bereich der Unterschenkel und Oberarme sind weniger günstige Behandlungsregionen und sollten nur in besonderen Einzelfällen durch Liposuktion behandelt werden.

Die Risiken

Bei der von uns eingesetzte moderne und schonende Liposuktionstechnik muss über die die üblichen Risiken einer jeden Operation, wie Thrombose, Embolie, Infektionen, Blutung, Gefäß- und Nervenschäden aufgeklärt werden, die allerdings extrem selten in der internationalen Literatur erwähnt werden.

Der Eingriff

Nach der präzisen Einzeichnung des Behandlungsareals wird zunächst eine Spezialflüssigkeit unter die Haut eingebracht, die die Betäubung aber auch schon die Lösung des Fettgewebes bewirkt. Nach einer etwa einstündigen Einwirkzeit wird dann das Fett mit 2-4mm Durchmesser großen Kanülen abgesaugt. Das Verfahren dauert je nach Lokalisation zwischen 20 und 60 Minuten und ist nahezu schmerzfrei – für sehr ängstliche Patienten kann ein Anästhesist in stand-by bedarfsgemäß angstmindernde oder schmerzreduzierende Medikamente einsetzen. Durch die örtliche Betäubung kann die optimale Kooperation mit unseren Patienten während des Eingriffes sichergestellt werden: Durch Bewegungen und Umlagerungen lässt sich ein gleichmäßiges Absaugergebnis erreichen. Zum Schluss kann der Befund noch einmal im Stehen nachkontrolliert werden, um auch in dieser Position eine optimale Körpersilhouette zu gewährleisten.

Nach der Fettabsaugung

Unsere Patienten erhalten nach der Fettabsaugung für wenige Tage ein Antibiotikum zur Infektionsprophylaxe. Direkt nach dem Eingriff werden die kleinen Hautschlitze verklebt und Saugkompressen aufgelegt, die zurücklaufende Tumeszenzflüssigkeit auffangen. Besonders wichtig ist ein ein Kompressionsmieder (oder Kompressionsmanschette), der mehrere Wochen getragen werden muss, um eine optimale Straffung der Haut über dem abgesaugten Areal zu erreichen. Sie als Patient spüren für wenige Tage einen muskelkater-ähnlichen Schmerz, der gut erträglich ist und Sie in ihren täglichen Verrichtungen nicht einschränkt. Bereits ab dem 1. post-operativen Tag dürfen Sie duschen und leichten Sport treiben. Nun muss sich das abgesaugte Behandlungsgebiet wieder neu strukturieren – bereits wenige Tage nach dem Eingriff erkennen Sie eine deutliche ästhetische Verbesserung. Das endgültige Ergebnis wird jedoch erst nach ca. 6-8 Wochen erreicht.

Durchführung der Liposuktion

Entwicklung seit Mitte der 70er Jahre, zunächst durch Absaugen des nicht vorbehandelten Fettgewebes mit Hohlnadeln oder Saugern („dry technique“), Anfag 80er Jahre Einführung der „wet technique“ (Einspritzen von Kochsalzlösung) mit verringerten Blutungskomplikationen und Erleichterung des Absaugens. Besonderheit der Liposuktion: Klinischer Endpunkt schwierig zu bestimmen, muss„erspürt“ werden und verlangt je nach Patient viel Erfahrung, unabhängig von der angewandten Methode.

1987 erstmals Liposuktion in Tumeszenztechnik (Tumeszenz-Lokalanästhesie) von Jeffrey Klein (US-amerikanischer Dermatologe) beschrieben, gilt derzeit als Methode der Wahl.

Manuelle Liposuktion: Absaugvorgang mittels hohler Stahlkanülen von 1,5 – 4 mm Außendurchmesser mit 1- 24 Bohrungen zur eigentlichen Aspiration Vibrations Assistierte Liposuktion (VAL): Absaugkanüle wird um einen kleinen Hub, meist ca. 2 mm, am Handstück bis zu 6000 mal pro Minute vor und zurück oszilliert

Andere Liposuktionsverfahren:
Liposuktion in Allgemeinanästhesie: wird von einigen Operateuren bevorzugt. Vorteile: absolute Schmerzfreiheit, Wegfall der intraoperativen Patientenführung durch den Operateur. Nachteile: Neben den Risiken der Allgemeinanästhesie Komplikationen durch Arzneimitttel-Interaktionen von Lokal- und i.v.-Medikamenten möglich, keine intraoperativen Kontrollen des Ergebnisses im Stehen möglich, erschwerter Seitenvergleich, lagerungsbedingte Asymmetrien wahrscheinlicher. Ultraschall Assistierte Liposuktion (UAL): Selektive Zerstörung von Adipozyten (aber auch Lipoproteinen) durch hochenergetisches Ultraschallgerät Vorteile: Einfachere Penetration bei fibrösen Körperarealen Nachteile: Zusätzliche Risiken durch unkontrollierte Energie = Wärmeentwicklung mit Gefahr von Hautnekrosen. Größere Hautinzision nötig wegen des größeren Außendurchmessers der Ultraschallsonde vorne an der Kanüle. Gefahr der Hyperästhesie wegen Demyelinisierung der Schwann´schen Scheiden. Geräte groß, teuer.

Indikationen

Allgemein: Geeignet zur Beseitigung umschriebener Fettpolster; keine Methode bei generalisierter Adipositas zur Gewichtsreduktion
Medizinische Indikationen Umschriebene pathologischen Fettgewebsvermehrungen und Lipo-Lymphödem/Lipödemsyndrom:

  • M.Dercum (Lipomatosis dolorosa): pathologische, umschriebene, schmerzhafte Fettgewebsvermehrung mit gesteigerter Berührungsempfindlichkeit; Entfernung des schmerzenden Fettgewebes durch Liposuktion in Einzelfällen sinnvoll
  • Benigne symmetrische Lipomatose (Launois-Bensaude): subkutane Fettgewebsvermehrung bevorzugt bei Männern im Bereich Nacken (Madelung´scher Fetthals), Schultergürtel, Oberarme, Becken; auslösend eventuell Defekt der Lipolyse der Adipozyten; gute Indikation bei etwas erschwertem Vorgehen wegen Faserreichtum. Mehrfachte Ops notwendig.
  • Partielle Lipodystrophie: Fehlproportionierung durch lipodystrophischen Fettgewebsschwund; Wiederherstellung harmonischer Konturen durch Absaugen prominenter verbliebener Fettpolster und eventuell Eigenfettunterspritzung der dystrophischen Areale. Nur für erfahrene Operateure
  • Lipo-Lymphödem: vorsichtiges Absaugung durch erfahrenen Operateur; weniger Einlagerung von Ödemflüssigkeit durch Reduktion des Fettgewebes, keine negative Beeinflussung des Lymphabflusses bei entsprechender Sorgfalt und Einsatz der Vibrations Assistierten Liposuktionstechnik
  • Gynäkomastie, Pseudogynäkomastie beim Mann gute Indikation
  • Stiernacken bei Cushingsyndrom
Kosmetische Indikationen

Die meisten Liposuktionen werden bei kosmetischen Indikationen durchgeführt Gute Indikationen:

  • Hängende Wangen
  • Doppelkinn
  • Gynäkomastie
  • Lipohypertrophie der Oberarme
  • Subkutan gelegenes Fettgewebe an Abdomen und Flanken (Taille)
  • Lipohypertrophie von Oberschenkel und Waden

Bedingt geeignet: – Multiple Lipome



Kontraindikationen



Absolute Kontraindikationen



  • Übertriebene Erwartungshaltung
  • Intraabdominell gelegenes Fettgewebe („Männerbauch“: verursacht nicht durch subkutanes Fett, sondern Fetteinlagerung in Appendices epiploica)
  • Bei Durchführung in Tumeszenz-Lokalanästhesie Kontraindikationen beachten




Relative Kontraindikationen



  • Einnahme gerinnungshemmender Medikamente
  • Bekannte Thromboseneigung
  • Ältere Patienten mit schlaffer Haut
  • Generalisierte Adipositas
Verlauf des Aufklärungsgespräches

Genaue Abklärung der Erwartungshaltung: Was stört genau, ist das gewünschte Behandlungsziel mit der Methode zu erreichen?

Untersuchung des Lokalbefundes:
Wo sitzt störendes Fettgewebe?
Besondere Beachtung des Hautturgors und des Bindegewebes: besteht die Gefahr, dass nach Absaugung die Haut hängt (schlaffe, weiche Haut, schlaffes Bindegewebe??)

Ist die Methode für den Patienten geeignet, folgt die eigentliche Aufklärung:

  • Aufklärung über Ablauf des Eingriffes, geplantes Anästhesieverfahren
  • Darstellung der Methode mit geeigneten Bildmaterial: Bilder OP-Ablauf; Vorher-Nachher-Bilder, damit Patient Möglichkeiten und Grenzen sehen kann
  • Wieviele Sitzungen sind nötig (OP-Planung)
  • Könnte eventuelle eine anschließende Straffungsoperation wegen Hautüberschuss nötig werden
  • Welche Komplikationen treten mit welcher Häufigkeit auf
  • Nachsorge
Erhebung der Anamnese

Folgende Punkte sollten abgefragt und schriftlich fixiert werden:

  • Bestehen Grunderkrankungen (Stoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen?)
  • Medikamenteneinnahme?
  • Blutgerinnungsstörungen oder bekannte Thromboseneigung?
  • Durchgemachte oder noch geplante Schwangerschaften
  • Starke Gewichtsschwankungen

Fixierung des Verlaufs des Beratungsgespräches mit den genannten Punkten auf standardisiertem Protokoll
Schriftliche Einwilligung des Patienten, am besten auf Standardformular

OP-Planung

Immer individuelle Entscheidung, welche Körper-Areale in einer Sitzung gleichzeitig behandelt werden können. Richtet sich nach der zu erwarteten Menge benötigter Tumeszenz-Lösung (nicht mehr als 55 mg/ kg KG Lidocain oder Prolocain) bzw. nach der zu behandelnden Körperoberfläche. Analog z.B. zur Verbrennungskrankheit darf nicht zuviel % der Körperoberfläche verletzt = behandelt werden.

Instrumente, Materialien

Für die Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) benötigte Materialien Tumeszenz-Lokalanästhesie; da Verwendung großer Mengen TLA-Lösung empfiehlt sich Anwärmung auf Körpertemperatur, um Pat. Streß durch Kälte zu ersparen -> Wärmeschalen für TLA-Lösung; Infusionsprotokoll TLA-Lösung

Für die Liposuktion:

  • Verstellbarer OP-Tisch
  • Op-Tischunterlagen
  • Wärmedecken
  • Wasserfester Einzeichenstift
  • Fett-Aspirations-System
  • Absauginnenbehälter zum Auffangen des Fettes
  • Absaugschlauch
  • Hautdesinfektionspray
  • Absaugkanülen: möglichst dünnnkalibrige (2 – 4 mm Durchmesser) Kanülen mit stumpfen Enden, verschiedene Längen
  • 24-Loch-Kanülen: das durch TLA-Lösung vorbereitete Fettgewebe wird bei manueller Liposuktion durch viele kleine Öffnungen mit relativ geringem Sog an der einzelnen Öffnung abgesaugt -> weniger Einsaugen und Verletzen von Bindegewebsfasern
  • Vibrationskanülen: werden durch ein motorgetriebenes Handstück in Schwingung versetzt, gleiten durch höhere Trägheit des Fettgewebes leichter durch dieses hindurch; tragen ebenfalls zur Schonung des bindegewebigen Stützapparates und der Blutgefäße bei; erleichtern Absaugung in fibröseren oder bereits voroperierten Arealen
  • Skalpell Klinge Nr.11
  • Klammerpflaster, sterile Pflaster
  • Moltexeinlagen in verschiedenen Größen
  • Kompressionsmieder in verschiedenen Größen für verschiedene Areale

Durchführung

Eine Woche vor OP Blutuntersuchung: kleines Blutbild, PTT, Quick, Glu-6-Phosphatdehydrogenase falls OP in Tumeszenz-Lokalanästhesie mit Zusatz von Prilocain geplant. Zur Abklärung einer erhöhten Thrombosebereitschaft bei positiver Familienanamnese Gerinnungsdiagnostik: APC-Resistenz (bei Verminderung Ausschluss Faktor-V-Leiden), AT3, Protein S, Protein C, Plasminogen, TPA (tissue plasminogen activator), PAI (Plasmin activator inhibitor), Anticardiolipin-Antikörper, Antiphospholipid, Faktor-XII-Mangel, Hämocystein

Ablauf des Eingriffs in Tumeszenzlokalanästhesie Kontrolle, ob unterschriebene Einverständniserklärung und Blutwerte vorliegen Präoperatives Foto (zwei Ebenen) Einzeichnen des OP-Gebietes: unbedingt vor Einbringen der TLA-Lösung festlegen, wo sich Fettdepots, Unregelmäßigkeiten oder andere zu behandelnde Befunde befinden Lagerung je nach zu behandelnder Region Hautdesinfektion Infiltration der Tumeszenzlösung: Beginn in tiefen Schichten, dann oberflächlich; Durchführung bis prall-elastische Konsistenz des zu behandelnden Areals; Einwirkzeit von 15 – max. 60 min, anschließend Nachinfiltration, Höchstmengen beachten Kontrolle von RR und Herzfrequenz alle 15 min Kontinuierliche Kontrolle der Sauerstoffsättigung mit Pulsoxymeter Am Rande des infiltrierten Areals Schaffung kleiner Stichinzisionen (Klinge Nr.11), Anlegen soweit möglich in Hautfalten oder behaarten Arealen Absaugen des Fettgewebes durch möglichst dünne Kanülen (Durchmesser 2 – 4mm) Allgemeine Technik der Liposuktion Regelmäßige intraoperative Kontrollen des Behandlungsergebnisses, bei Bedarf auch im Stehen, Seitenvergleich Bei geplanter Fettreinjektion (Eigenfettunterspritzung) Auffangen von Fettgewebe in sterilen Behältern Abschlusskontrolle Nach dem Eingriff kann Drainage der noch verbliebenen Tumeszenzflüssigkeit durch kurzzeitiges Stehen und eventuell Ausstreichen unterstützt werden Verkleben der Inzisionsstellen durch Klammerpflaster, dann sterile Pflaster über Einstiche Anlegen eines mit Zellstoffvorlagen ausgepolsterten Kompressionsmieders

Physiodynamik der Tumeszenz-Lokalanästhesie bei Liposuktion

Physiodynamik der Tumeszenz
Fettgewebe durchläuft nach Einbringen der Tumeszenzlösung mehrere Stadien.

  • zunächst Verteilung entlang der Bindegewebsssepten (parafaziale Hydrodissektion)
  • paralobuläre Umlagerung um einzelne Fettläppchen
  • intralobuläre Durchflutung
  • Homogenisierung des Fettgewebsraumes

Folgende Regeln sind vor Liposuktionen zu beachten:

  • Durchführung einer „Super-Tumeszenz“ (Verwendung hoher Volumen Topographische Besonderheiten) mit Aufbau eines hohen Gewebeturgors, um entsprechenden interstitiellen Druck aufzubauen
  • Langsame Infiltration der Lösung
  • Ausreichend lange Einwirkzeit vor Beginn der Absaugung von 15 – max. 60 min
  • Vor OP-Beginn Nachinfiltration, um prall-elastischen Tumeszenzeffekt wiederherzustellen (Verminderung von Scherkräften)

Allgemeine Technik der Liposuktion

Immer auf harmonisches Einfügen der neugeschaffenen Silhouette in Gesamt-Körperbild achten. Symmetrie und dreidimensionale Form beachten. Übergänge zum unbehandelten Gewebe sollten unmerklich sein.

Gleichmäßige Absaugung in allen Ebenen mehrschichtig und fächerförmig; überlappendes Vorgehen (Criss-cross-technik)

Anlegen multipler Inzisionen, um OP-Gebiet von verschiedenen Seiten gleichmäßig erreichen zu können; nicht zu lange von einer Stelle absaugen

Verwendung atraumatischer, dünnkalibriger und stumpfer Absaugkanülen bzw Vibrationskanülen zum Erhalt des subkutanen Bindegewebestützgerüstes und Gefäßsystems Anwendung dünner Kanülen wird bei korrekter Anwendung der Tumeszenz-Lokalanästhesie möglich

Keine komplette „Entfettung“ durchführen; für gleichmäßiges postoperatives Resultat Erhalt einer Lage oberflächlichen subkutanen Fettgewebes

Besonderheiten der verschiedenen Körperregionen beachten

Wundheilung nach Liposuktion

Nach endgültiger Drainage der TLA-Lösung (Dauer ca. 1-2 Tage) erfolgt eine zunehmende Verklebung des abgesaugten Areals; die anschließende globale Wundkontraktion führt schließlich zur Ausbildung einer horizontalen Narbe, die maximale Schrumpfung ist in der Regel nach 4 Mon. erreicht Die Retraktion der Haut erfolgt parallel über die erhaltenen Bindegewebsstränge Nach korrekt durchgeführter Liposuktion (Erhalt der Bindegewebsstrukturen und Gefäße und Absaugung in allen Ebenen) erfolgt idealerweise ein dreidimensionaler Schrumpfungsprozess („interstitielle Hautreduktionslappenplastik“), der zur Straffung des Gewebes führt

Komplikationen und Pitfalls

Am meisten gefürchtet ist die echte „Übersaugung“: Entfernung von zuviel Fettgewebe für die jeweilige Region, den individuellen Patient. Ästhetisch störend, wenn Befund unregelmäßig-wellig oder „skelettiert“. Mechanisch störend, wenn zuwenig s.c. Fett zum Schutz von Periost etc. verbleibt.

Korrektur durch nochmaliges vorsichtiges Absaugen, „Liposhifting“ (Versuch der vorsichtigen intraoperativen Umlagerung von Fettgewebsverbänden durch Lösung ohne Aspiration), Subzision (scharfes Trennen von s.c. Verwachsungen) oder Eigenfett-Transplantation. Korrektur meist sehr schwierig, teilweise Restitutio ad integrum nicht mehr möglich.

Besonders gefährdete Areale für die „Übersaugung“: Oberarme, glutäal und Region unterhalb Glutäalfalte, Oberschenkel ventral und medialseitig.

Besonders gefährdete Areale für postOP Asymmetrien: Oberschenkel lateral (Reithosen- Bereich), Waden, Oberschenkel innen, Flanken

Bei Absaugung in Tumeszenz-Lokalanästhesie gewisse Gefahr der „Übersaugung“ durch erschwerte Beurteilbarkeit im angeschwollenen Zustand („Pseudo-Sicherheit“ bei prall tumesziertem Gewebe). Beurteilung und Einzeichnung präOP besonders wichtig

Nachsorge

Kleinere Eingriffe ambulant durchführbar; Patient muss abgeholt werden (darf nicht selber Autofahren), Patient muss bei Notfällen oder Problemen Arzt erreichen können (Notfallnummern aushändigen) Bei Verwendung größerer TLA-Mengen (> 5l) empfiehlt sich nächtliche Überwachung TLA-Lösung tritt durch die Inzisionsstellen innerhalb der nächsten 48 h aus (Patient darauf aufmerksam machen), in dieser Zeit wird Kompressionsmieder mit aufsaugenden Moltonkompressen gepolstert; auf Schutz von Bett achten Eventuell perioperative Antibiotikumprophylaxe (z.B. Ciprobay® 250mg 2 x 1 für drei Tage, Beginn am Abend des OP-Tages Bei Bedarf Schmerzmittel, z.b. Paracetamol

Patient Merkblatt aushändigen:

  • Am Operationstag viel trinken
  • Tragen eines Kompressionsmieders mindestens für 1 Woche Tag und Nacht, anschließend für bis zu 4 Wochen nach Wohlbefinden; Mieder sollte nirgends einschneiden (Gefahr des Lymphstaus)
  • Um Austritt der Lösung zu beschleunigen viel Bewegung (Spazierengehen), Beginn größerer sportlicher Aktivitäten nach Wohlbefinden; Sauna nach 4 Wochen, Sonne/Solarium nach Anheilen von Hämatomen
  • Pflaster auf Inzisionsstellen für 4-5 Tage
  • Duschen ist direkt nach OP erlaubt
  • Kontrolltermine am ersten postoperativen Tag, ca. eine Woche und ca. 4 Monate nach Operation